Was verbirgt sich hinter der K├╝nstlersozialabgabe?

Themenbereich: Sozialrecht
 
Die Künstlersozialabgabe ist zu vergleichen mit dem Arbeitgeberanteil der Sozialversicherungsbeiträge. Sie muss von Betrieben und selbständig Tätige abgeführt werden, die nicht nur gelegentlich Werke von selbständigen Künstlern verwenden.
 


Die Zahlungspflicht der Künstlersozialabgabe besteht für alle, die künstlerische oder publizistische Leistungen verwerten, regelmäßig Werbung in eigener Sache machen oder die regelmäßig selbständige Künstler und Publizisten beauftragen.


Hierunter kann bereits die Erstellung einer Homepage für das Unternehmen oder die künstlerische Gestaltung von Werbeflyern und Werbetexten fallen. Wird regelmäßig ein selbständiger Künstler wie etwa ein Werbefotograf oder Web-Designer beauftragt, ist der Betrieb abgabepflichtig.

Regelmäßig ist eine Auftragserteilung bereits dann, wenn diese über einen längeren Zeitraum und damit nachhaltig erfolgt. Das gleiche gilt, wenn regelmäßig einmal im Jahr ein Auftrag erteilt wird.
Auf die Rechtsform des Betriebes kommt es dabei nicht an. Es spielt auch keine Rolle, ob der Künstler tatsächlich über die Künstlersozialkasse versichert ist. Ist er auf freiberuflicher Basis tätig, entsteht durch die Beauftragung die Abgabeverpflichtung. Dies gilt auch für nebenberuflich tätige Künstler wie Beamte, Studenten oder Rentner.


Als Grundlage für die Berechnung der Abgabe werden alle Entgelte herangezogen, die das Unternehmen an selbständige Künstler und Publizisten gezahlt hat. Nicht zu berücksichtigen sind hierbei die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer, steuerfreie Aufwandsentschädigungen wie z.B. ausgewiesene Reise- und Bewirtungskosten sowie Zahlungen an juristische Personen wie beispielsweise eine GmbH. Auf die Entgelte wird eine prozentuale Abgabe von 4,4 % in 2009 (2010 in Höhe von 3,9%) erhoben.


Bis zum 31. März des Folgejahres müssen die abgabepflichtigen Unternehmen ihrer Meldepflicht nachkommen. Es ist zu empfehlen, dass sich der Betrieb bereits frühzeitig auf diese Verpflichtung einstellt. Weiterhin kann ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro erhoben werden, wenn das Unternehmen seiner Meldeplicht nicht berücksichtig.

Sollten Sie hierzu Fragen haben, sprechen Sie mich an.


 

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